Selbstmanagement und Achtsamkeit

Konzept für die ganzheitliche Behandlung

Die letzte Säule des Behandlungskonzeptes stützt sich auf Maßnahmen, die vom Patienten innerhalb der Erhaltungsphase sowie präventiv zur Rezidivprophylaxe selbstständig und in Eigeninitiative vorgenommen werden, um die Behandlung zu unterstützen (Selbstmanagement).

Hinweis

Die Eigenbehandlung des Patienten ist eine ergänzende Maßnahme zu den in der medizinischen Leitlinie zur Kompressionstherapie definierten Behandlungsbestandteilen. Sie ersetzt nicht die Kompressionsbestrumpfung und nicht das Wundmanagement. Alle Maßnahmen sollten Hand-in-Hand erfolgen, um Beschwerden zu lindern, die Lebensqualität der Betroffenen zu steigern, Komplikationen zu vermeiden und einen langfristigen Therapieerfolg zu ermöglichen.

Empfehlungen für eine erfolgreiche Therapie

1. Bewegung

Zur Durchblutungsförderung ist neben Kompressionsdruck vor allem regelmäßige Bewegung ausschlaggebend für den Therapieerfolg. Je nach Mobilität des Betroffenen helfen gelenkschonende Sportarten (z. B. Wandern, Radfahren, sowie Schwimmen (nach Wundschluss), tägliche Spaziergänge oder Bewegungsübungen (z. B. Krankengymnastik) – bei denen die medizinischen Kompressionsstrümpfe weiterhin getragen werden. Zudem eignen sich Bewegungsübungen, die im Sitzen ausgeführt werden können. Hierbei werden zudem Risikofaktoren wie Übergewicht oder Immobilität reduziert.

2. Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung unterstützt nicht nur das allgemeine Wohlbefinden der Betroffenen, sondern kann zusätzlich zur Stärkung des Venensystems beitragen. Zur Stabilisierung der Gefäßwände und Venenklappen eignen sich Lebensmittel, die reich an Zink, Vitamin C und Bioflavonoiden sind. Hierzu zählen u. a. Beeren und Zitrusfrüchte, Lauchgewächse und grünes Gemüse. Zur verbesserten Perfusion ist zudem auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme zu achten.

3. Kälte statt Hitze

Patienten mit Ulcus cruris venosum sollten, soweit möglich, gefäßweitende Hitzeeinwirkungen vermeiden, wie sie bei Sonneneinstrahlung oder warmen Bädern auftreten können. Stattdessen empfiehlt sich die regelmäßige Anwendung von Wechselduschen oder Kneipp-Kuren, die zur Stärkung der Gefäßwände beitragen können.

4. Achtsamkeit für die Beine

Im Alltagsleben kann die Einübung einfacher Verhaltensweisen dazu beitragen, die Abheilung eines Ulcus cruris zu unterstützen und Rezidive zu vermeiden. Hierzu ist es wichtig das betroffene Bein in regelmäßigen Abständen hochlagern, um den Blutfluss in Herzrichtung zu fördern. Beim Sitzen sollte darauf geachtet werden, die Beine nicht übereinander zu schlagen. Stattdessen sollten Sie beide Füße flach auf dem Boden stellen oder besser noch bewegen: Durch Anspannung der Wadenmuskulatur mit gleichzeitigem Kreisen der Füße wird die Wadenmuskelpumpe im Liegen und Sitzen aktiviert. Es wird empfohlen, dies stündlich für einige Minuten zu wiederholen. Auf das Tragen hoher und enger Schuhe sowie einschnürender Kleidung sollte verzichtet werden. Gerade bei Reisen ist darauf zu achten, diese nur mit Kompression anzutreten und auf ausreichend Beinfreiheit sowie regelmäßige Bewegungspausen zu achten.

5. Inspektion und Dokumentation des Zustands der Beine

Bereits während der Wundversorgung sollte bei einem Ulcus cruris eine Dokumentation und Beurteilung des Heilungsverlaufs erfolgen, die den behandelnden Therapeuten, falls erforderlich, die Einleitung von Maßnahmen zur Verbesserung der Wundheilung erlaubt. Auch in der Erhaltungsphase, nach erfolgter Wundheilung, sollten Beine und Hautzustand täglich vor oder beim Wechseln der Kompressionsversorgung (ggf. auch von Pflegepersonen/Angehörigen) inspiziert werden. Insbesondere bei neuen Entzündungszeichen, Schmerzen, Stauungszuständen oder allgemein bei Verschlechterungen des Zustandes sind umgehend zur Vermeidung eines Rezidivs die behandelnden Therapeuten zu konsultieren, damit Maßnahmen zur Verbesserung der Situation oder Wunden vorbeugende Behandlungen bereits möglichst frühzeitig eingeleitet werden können.

6. Tägliche Kompression

Bei Kompressionsversorgungen muss auf einen faltenfreien Sitz geachtet werden. Pelotten oder Wundauflagen dürfen nicht verrutschen und die Ränder des Verbandes bzw. der Wundversorgung nicht aufrollen. Vorhandene Falten müssen demnach sorgfältig glatt gezogen werden.

Wichtig für die Erhaltung des Therapieerfolgs nach abgeheiltem Ulcus cruris venosum ist die dauerhafte Anwendung medizinischer Kompressionsstrümpfe. Für die Ausheilung muss das COMPRESSANA ULCER SYSTEM täglich getragen werden. Für die Anwendung in der Nacht ist der leichte Kompressionsdruck des Unterziehstrumpfs COMPRESSANA ULCER INTRA ausreichend. Auch nach erfolgter Abheilung müssen weiterhin medizinische Kompressionsstrümpfe getragen, sowie auf regelmäßige Bewegung geachtet werden, um ein Rezidiv zu verhindern.

Begleitende Hautpflege

COMPRESSANA Skin Care

Um das Hautgewebe während der Kompressionstherapie zu schützen und ein elastisches und widerstandsfähiges Hautbild auch nach der vollständigen Wundheilung zu erhalten, ist gerade bei Patienten mit abgeheiltem Ulcus cruris venosum eine umfassende und regelmäßige Hautversorgung unumgänglich.

Denn das Hautgewebe im Bereich der unteren Extremitäten (Wade/Schienbein) ist, aufgrund fehlender Verhornung und dünner, interzellulärer Lipidschichten, weniger widerstandsfähig. Dadurch neigt es verstärkt zu Symptomen wie Juckreiz oder Schuppenbildung. Daher sind eine regelmäßige Inspektion sowie Pflege der geschädigten Hautareale wichtig.

Mit COMPRESSANA SKIN CARE Produkten kann das beanspruchte Hautgewebe nach vollständig erfolgter Wundheilung versorgt werden. Mit der täglichen Anwendung von Repaircremes und feuchtigkeitsspendenden Lotionen kann die Stabilisierung der betroffenen Hautareale anhaltend unterstützt werden.

Patientenrechte